Herrscht ein systematisches ausbeuterisches Machtgefälle zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Kapitalismus?
Autor: praxeonalist ( Instagram ) Der marxistische Vorwurf Die sozialistische und insbesondere marxistische Kritik am Kapitalismus behauptet ein inhärentes, systematisches Machtgefälle zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmer sei existenziell davon abhängig, seine Arbeitskraft zu verkaufen, da er im Kapitalismus keine eigenen Produktionsmittel besitze. Der Arbeitgeber nutze diese Abhängigkeit aus, um den Arbeiter „auszubeuten“, indem er ihm nur einen Teil des von ihm geschaffenen Wertes als Lohn zahle und den sogenannten Mehrwert einstreiche. Diese Vorstellung bildet den Kern der marxistischen Ausbeutungstheorie und dient als Rechtfertigung für Forderungen nach Umverteilung oder der Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln. Aus praxeologischer und libertärer Perspektive der Österreichischen Schule – insbesondere Ludwig von Mises , Murray N. Rothbard , Hans-Hermann Hoppe und Eugen von Böhm-Bawerk – ist diese These grundlegend falsch. Sie beruht auf Fehle...